Im Interview mit dem xeit Blog

Schweizer teilen ihr Wissen sehr gerne – dies hat auch eine Studie des GDI bestätigt.In Zürich gibt es seit rund fünf Monaten ein attraktives Angebot für alle, die sich Wissen aneignen und Wissen vermitteln möchten. Wir haben uns mit dem Geschäftsführer von dodiz, Remo Brunner, über seine Idee und die dodiz-Philosophie unterhalten.

Wie ist die Idee von dodiz.com entstanden?

Es gibt so viele Themen, über die man eigentlich mehr wissen möchte, so viele Aktivitäten, die man mal ausprobieren will, ohne sich gleich für Monate verpflichten zu müssen. Ich persönlich fand nie auf Anhieb den geeigneten Kurs. Entweder passte er nicht in meinen Zeitplan, war unglaublich teuer oder entsprach sonst irgendwie nicht meinen Vorstellungen. Wir empfinden das hiesige (Weiter-) Bildungssystem als extrem starr und überreguliert. Dies wollen und werden wir ändern. Wir nennen uns deshalb auch Vermittlungsplattform für Wissen UND Inspiration. Mach‘s einfach mal (let’s dodiz!) und schau, ob dir Lehrer und Thema zusagen.

Was wollt ihr damit bewirken?

dodiz ist aus den beiden lateinischen Worten docere und discere (lehren und lernen) zusammengesetzt. Wir wollen das Angebot und die Nachfrage nach Kursen aller Art direkter, unkomplizierter und effizienter zusammenführen. Dies, indem wir Lehrenden die Möglichkeit bieten, sichtbar zu werden. Wir sind davon überzeugt, dass Bildungsinstitutionen mittelfristig ihren Nimbus verlieren und sich Schüler nicht mehr aufgrund des Anbieters (der Institution), sondern aufgrund der Fähigkeiten des Lehrenden für einen Kurs entscheiden möchten. Dies fördern wir, indem wir die Lehrpersonen ins Zentrum rücken, deren Leistungen öffentlich evaluieren lassen und die Ergebnisse potentiellen Schülern zugänglich machen.

Wie betreibt ihr Werbung, nur online oder auch offline?

Was ist Offline-Werbung…? Nein, im Ernst: Wir sind (noch) ein Start-up ohne grosses Media-Budget. Zur Zeit führen wir einfach so viele interessante Kurse wie möglich durch, haben eine Facebook-Page und schalten Google Ads. Wir investieren unsere Mittel lieber in die Akquise neuer spannender Kursgeber und bewerben diese so gut es geht. Mittelfristig, also sobald wir ein Angebot zusammen haben, bei welchem eine breite Bewerbung Sinn macht, werden wir eine klare Content-Strategie fahren. Wir verhandeln zur Zeit mit diversen Reichweitenpartnern über Kooperationen. Hintergründe dabei sind Themen wie «Expertenpositionierung» oder «Komplexitätsreduktion» über attraktiv verpackte Wissensvermittlung.

Wie akquiriert ihr Lehrpersonen/Wissensvermittler?

Wir sind mit unserer Idee auf zahlreichen Job-Portalen und Online-Marktplätzen präsent. Vor allem aber suchen wir im Netz nach spannenden Kursanbietern, die uns auch persönlich interessieren würden. Dann fragen wir sie an. Persönlich per E-Mail oder Telefon.

Und natürlich auch die umgekehrte Frage, wie kommt ihr an interessierte Personen, die an euren Workshops teilnehmen?

Indem wir einzelne Kurse oder Kursgeber rauspicken und diese über Facebook und Google bewerben. Wir verfügen aber auch bereits über eine kleine Fangemeinde, die unseren Newsletter abonniert hat. Zudem wurden wir bereits in zahlreichen Medien erwähnt: Ein toller Artikel über uns erschien zum Beispiel im Tages-Anzeiger.

Hast du selber auch schon einen dodiz-Workshop besucht?

Klar! Ich war bei fast jedem vor Ort. Eigentlich wollte ich unsere AGB mit dem Zusatz ergänzen, dass ich jeden über dodiz.com ausgeschriebenen Workshop gratis besuchen darf… Kam beim Juristen aber nicht so gut an.

Macht ihr mehr live-Workshops oder mehr E-Learning Workshops?
Wir bieten noch kein E-Learning an. Es ist auch nicht das, was wir eigentlich wollen. Wir möchten uns erstmal mit tollen Live-Workshops in und um Zürich profilieren.

Könntest du dir auch umfassendere Angebote vorstellen, z.B. eine Lernwoche zu einem bestimmten Thema? Weekends bietet ihr ja teilweise auch schon an, habe ich gesehen (Yoga-Workshop)

Ja! Auf jeden Fall! Mein Traum wäre zum Beispiel ein mehrtägiges «Bootcamp» irgendwo auf einer schönen Insel. Inhaltlich könnte es kompakt um alle Themen gehen, die einen 33-jährigen Mann wie mich so interessieren (oder bald mal interessieren müssten). Dinge wie zum Beispiel gesunde Ernährung, körperliche Fitness, Style-Fragen oder Work-Life-Balance. Aber natürlich auch eine Weindegustation, ein Kochkurs und eine Kyte-Lektion.

Wie prüft ihr die Qualität eurer Lehrpersonen? Es kann ja jeder von sich behaupten, er könne etwas… und dann nicht genügend abliefern im Workshop?

Grundsätzlich lassen wir «die Community» entscheiden, was sie von einer Lehrperson oder einem Kurs an sich hält. Wir führen aber Qualitätschecks durch und befolgen einige inhaltliche Richtlinien. Die Kurse «Molotow-Cocktails basteln», «Wie raube ich eine Bank aus» oder «Krebs heilen durch Handauflegen» wird man bei uns nie finden.

Interessant, vielen Dank! Und viel Erfolg!